Wohnprojekt in Meiningsen auf den Weg gebracht

„Und wenn wir alle zusammenziehen?“ So lautete der Titel eines Spielfilms aus dem Jahr 2011 mit so bekannten Schauspielern wie Pierre Richard, Geraldine Chaplin und Jane Fonda. Er thematisierte die Frage nach dem Leben im Alter, nach der Form des Wohnens, wenn die Kräfte nachlassen. Nun, zusammen ziehen wollen sie zwar nicht, die fünf Menschen, die sich ein genossenschaftliches Wohnprojekt auf die Fahnen geschrieben haben. Bad und Schlafzimmer, Küche und Wohnzimmer – all das bleibt individuell für jeden in seiner Wohnung. Doch gemeinschaftlich sich ums Drumherum kümmern, füreinander da sein, wenn es erforderlich ist, gemeinsam Freizeit gestalten, all das können sie sich durchaus vorstellen.

Mitte 2027 soll es so weit sein, und zwar mitten in Meiningsen, die Matthias-Kirche in Sichtweite, das Alte Pastorat nur einen Steinwurf entfernt. Auf dem Kirchengelände sollen zehn Wohnungen in drei miteinander verbundenen Komplexen entstehen, in unterschiedlicher Größe von 50, 65 oder 80 Quadratmetern. Vier Einheiten sind vergeben, für sechs Wohnungen hoffen die Initiatoren auf Bewerbungen. Heide Mertens, in Meiningsen zu Hause, hatte die Idee zu dem Projekt. Allein daheim in einem Einfamilienhaus, hat sie sich schon lange Gedanken gemacht über die Zukunft. „Der Prozess hat 2018 begonnen, als darüber nachgedacht wurde, was aus dem Kirchengelände werden soll“, gibt die Initiatorin einen Einblick in die Entstehungsgeschichte hin zum nun angestoßenen Wohnprojekt.

Sie fand in Uli Günther einen versierten und in Soest bestens vernetzten und jüngst mit Dieter Schulze und dessen Frau engagierte Mitstreiter. „Wir haben im Januar erstmals Kontakt aufgenommen, nachdem wir uns schon lange Gedanken gemacht hatten darüber, dass unser 2.000 Quadratmeter großes Grundstück in Dinker mit dem Einfamilienhaus uns doch allmählich zu arbeitsintensiv wird“, schildert der Pädagoge. Schnell fanden die so unterschiedlichen Partner zusammen und haben die Genossenschaft auf den Weg gebracht. Der Antrag liegt nun zur Prüfung bei einem Genossenschaftsverband. Und die Unterlagen für den Bebauungsplan liegen bei den Gremien der Stadt Soest, die das Projekt grundsätzlich befürwortet.

Denn es ist allenthalben klar, dass bezahlbares Wohnen im Alter vor allem in einer Gemeinschaft funktionieren kann. Und dafür steht eben ein Genossenschaftsmodell. 800 Euro pro Quadratmeter für frei finanzierte Wohnungen werden als Genossenschaftsanteil fällig, dazu 10 Euro Miete pro Monat pro Quadratmeter. Wer über einen Wohnberechtigungsschein verfügt, zahlt nur 200 bzw. 6,70 Euro. Fünf Wohnungen sollten an Interessenten mit einem solchen Schein gehen, damit die entsprechende Förderung seitens der NRW-Bank fließen kann. Zudem sind günstige Konditionen für Kredite bei der KfW-Bank zu erzielen. Günstig wohnen in Meiningsen ist auch deshalb möglich, weil die Gebäude nach hohem Energiestandard (KFW 40) errichtet und per Wärmepumpe beheizt werden sollen. Eine PV-Anlage auf den Dächern ist ebenso geplant.

Neben den drei Wohnkomplexen ist eine Remise vorgesehen, die als gemeinschaftlicher Abstellraum für Fahrräder oder Gartengeräte dienen soll. An der Zufahrt, die auch als Weg zum Alten Pastorat dient, werden Parkplätze mit Ladestation für E-Autos entstehen. Der vorhandene Spiel- und Bolzplatz soll in einen Platz der Begegnung für alle Generationen umgestaltet werden. Daher sind auch jüngere Leute gern gesehen, können sich wie alle Interessenten per Mail melden unter Baugenossenschaft-Meiningsen@e.mail.de.                                                                      

Dirk Wilms

Publiziert am:

27.3.25