Sprachrohr für Inklusion im Sport: Soesterin Carmen Egberts erhält Sonderpreis des Lions Clubs Soest-Hellweg

Als Sportlerin standen Carmen Egberts stets alle Türen offen. Doch die Soester Psychotherapeutin weiß, dass es auch anders laufen kann. Seit Jahren setzt sie sich deshalb in Soest für Inklusion im Sport ein. Der Lions Club Soest-Hellweg würdigte diesen Einsatz jetzt mit dem Sonderpreis Sport, den der Club jährlich im Rahmen der Sportlerehrung im „Blauen Saal“ des Rathauses verleiht.

Carmen Egberts sportliche Laufbahn begann in der Turnabteilung des Soester TV, später landete sie beim Volleyball. „Ich hatte immer die freie Auswahl, was ich machen wollte“, sagt sie heute. Dass das keineswegs selbstverständlich ist, erlebte Carmen Egberts, als ihre beiden Söhne ein sportliches Hobby suchten. Die beiden sind mit einer Behinderung auf die Welt gekommen und stießen bei vielen Vereine auf verschlossene Türen. „Als die Jungs klein waren, gab es in Soest nicht sonderlich viele Angebote“, erinnert sich Carmen Egberts. Das wollte sie ändern und landete schließlich beim Circuszentrum Balloni. Hier half sie dabei, ein inklusives Bewegungsangebot aufzubauen. Damit schuf sie nicht nur ein sportliches Hobby für ihre beiden Söhne, sondern sorgte auch weit über die Stadtgrenzen hinaus für Aufmerksamkeit. Im Jahr 2022 erhielt das Circuszentrum den Inklusionspreis des Landes NRW in der Kategorie „Freizeitund Kultur“.

Doch Carmen Egberts möchte, dass sich in Soest noch mehr sportliche Türen für Menschen mit Behinderung öffnen. Und so initiierte sie im vergangenen Jahr den ersten „Sporttag für alle“ bei dem zahlreiche Sportvereine im Soester Jahnstadion ihre Angebote für Sportlerinnen und Sportler mit und ohne Behinderung vorstellten. Das Angebot kam so gut an, dass es in diesemJahr, voraussichtlich am 30. August, eine zweite Auflage geben soll.

„Menschen wie dich bräuchten wir viel häufiger“, lobte Lions-Präsidentin Bärbel Dittrich. Und Bürgermeister Eckhard Ruthemeyer ergänzte: „Es trifft genau die Richtige“. Carmen Egberts sagte, sie verstehe sich als Sprachrohr aller Eltern von Kindern mit Behinderung und lebensverkürzenden Erkrankungen und wendete sich mit einem eindringlichen Appell an alle Soester Sportvereine: „Probiert es, öffnet eure Türen und Herzen.“

Sebastian Moritz

Publiziert am:

27.3.25