Soester geben Kindern in Albanien Hoffnung

Zu Gast bei lieben Freunden, die sie jederzeit gern bei sich aufnehmen, ihnen Familienanschluss bieten und den Abschied mit dem Wunsch verbinden, sich baldmöglichst wiederzusehen: So durften sich Schwester Oberin Joela und Schwester Martina in Soest fühlen. Sie reisten aus Albanien an, um persönlich Dank auszusprechen für die große, wertvolle, verlässliche Hilfe, die viele Soester in der Balkanrepublik leisten – oft als Armenhaus Europas bezeichnet.

Seit vielen Jahren schon bestehen enge Verbindungen zwischen der katholischen Albertus-Magnus-Gemeinde und dem Dorf Velipoje an der Adriaküste, unmittelbar an der Grenze zu Montenegro gelegen. Soest in „Gjermania“ ist dort ein fester Begriff. Mit beeindruckender Tatkraft gehen die Sternsinger von Albertus Magnus immer an den ersten Januartagen von Haus zu Haus, um den Bewohnern ein gutes, glückliches, gesegnetes neues Jahr zu wünschen und Spenden für „ihre“ Kindergärten in der Partnergemeinde St. Nikolaus in Velipoje zu sammeln. Sie geben den Kindern in dem gut 2.000 Kilometer Landweg von Soest entfernten Ort Hoffnung, dafür machen sie sich gern auf den Weg, und viele Nachbarn im Norden der Stadt sowie in den umliegenden Dörfern erwarten sie schon.

Für die beiden Ordensfrauen und die vier jungen Erwachsenen in ihrer Begleitung – Jozef Prronaj (24), Renso Gurraj (22), Laura Kasteri (23) und Rosela Vata (18) – war es schön, die Begeisterung der Soester Sternsinger zu sehen, die schon morgens freudig aufbrachen, dann durch die Straßen zogen, an viele Türen klopften, mittags ins Albertus-Magnus-Haus einkehrten und sich an langen Tischen schmecken ließen, was die rührigen Sterneköchinnen vorbereitet hatten. Noch ein Nachschlag, dann zum krönenden Abschluss des Essens schnell ein Eis am Stiel geschleckt, schon ging's fröhlich weiter.

Die Besucher aus Albanien fühlten sich rundum wohl in der großen Gemeinschaft, die sie ganz selbstverständlich in ihre Mitte nahm. „Es ist schön hier. In Soest wohnen so freundliche Menschen“, sagte Schwester Joela. Zu Neujahr waren die Besucher eingetroffen, am Epiphanias-Tag traten sie die Heimreise an. Ihren Aufenthalt in Soest nutzten sie auch zu einem Treffen mit Meinolf Schwefer, zweiter Vorsitzender der gemeinnützigen Jürgen-Wahn-Stiftung, die ebenfalls seit Jahrzehnten in Albanien aktiv ist.

Soestern öffnen die Schwestern gern die Pforten ihres Klosters. Mehrere Soester Gruppen genossen bereits die weithin bekannte albanische Gastfreundschaft, wenn sie sich in Velipoje umsahen, um sich mit eigenen Augen ein Bild davon zu machen, was Soester Gemeinsinn bewirkt und was die Sternsinger im Laufe von Jahrzehnten mit ihrem Einsatz schon alles ermöglicht haben. Sie freuen sich, in strahlende Kinderaugen zu sehen. Gemeindereferent Andreas Krüger weiß, wie notwendig die Unterstützung der Soester ist. Nach jedem Besuch steht für ihn fest: „Unsere Hilfe wird dringend gebraucht.“ Er kennt die Menschen in Velipoje, für sie da zu sein, beschreibt er als Herzensangelegenheit aller, die sich vor und hinter den Kulissen an der fest im Gemeindeleben verankerten Solidaritätsaktion beteiligen und zum erfolgreichen Verlauf beitragen. Die Einladung, sich mit dem Stern am Stab auf den Weg zu machen, gilt schon für nächstes Jahr im Januar. Die Schwestern des Klosters und die Kinder in Velipoje sagen „faleminderit“ – „vielen Dank“.

Heyke Köppelmann

Publiziert am:

17.1.25