„International Ladies Club“ führt seit vierzig Jahren Menschen zusammen

„International Ladies Club“ führt seit vierzig Jahren Menschenzusammen

Es begann bei einem Regimentsfest der 5. Linie – eine der belgischen Einheiten in Soest. Petra Menke-Koerner erinnert sich gut daran, wie sie mit Marie-Claire Lambrights – Ehefrau des Bataillons-Chefs – ins Gespräch kam und wie sich die beiden darüber unterhielten, dass die Frauen in der Garnisonsstadt kaum Möglichkeiten hätten, Kontakte aufzubauen, viele blieben daher für sich. Damals kam der Stein ins Rollen. Der „International Ladies Club (ILC)“ entstand, eine aktive Gemeinschaft von Frauen, die inzwischen seit vierzig Jahren besteht.

Der runde Jahrestag stand jetzt im Mittelpunkt des beliebten „Damenessens mit Begleitung“. Die Einladung zu einem gemütlichen Abend in netter Gesellschaft und bei einem guten Essen fand einmal mehr regen Zuspruch. Die Vorsitzende Petra Menke-Koerner begrüßte mehr als vierzig Gäste aus Belgien, den Niederlanden, Österreich, Polen, Mexiko, dem Iran, Großbritannien, Norwegen und Deutschland.

Trifft sich der „International Ladies Club Soest/Bad Sassendorf“, gibt es immer eine Menge zu erzählen, oft und gern auch über gemeinsame Erlebnisse. Langweilig wird es nie. Die Damen reisen, erkunden Soest und Umgebung oder besuchen Betriebe, häufig entdecken sie Neues, auch nah vor der Haustür. Das 40-Jährige weckt eine Fülle von Erinnerungen, zum Beispiel an den Start mit Unterstützung des Verbindungsoffiziers Marc de Munter und des damaligen Soester VHS-Direktors, Hermann-Josef Meyer. Mitte der 1980er-Jahre hieß es zunächst noch: „Wir treffen uns einfach mal!“ Aus lockeren Verabredungen entwickelten sich monatliche Termine und ein umfangreiches Programm. Petra Menke-Koerner: „Inzwischen sind 500 Veranstaltungen daraus geworden.“

40 Jahre ILC – für die rührigen Frauen ein besonderer Grund, stolz zu sein. Sie lassen die lange Zeit mit vielen schönen Ereignissen Revue passieren und begeben sich nach dem Motto „Back to the roots“ zu den Anfängen ihrer Reiseziele, die, so Petra Menke-Koerner, „damals noch von den belgischen Freunden, die in Soest stationiert waren, organisiert worden sind.“ Im Oktober nimmt der Ladies Club daher Kurs auf die Küste Belgiens. Die Gruppe schnuppert Seeluft, taucht in die Geschichte ein und probiert beim Café-Besuch die berühmten süßen Naschereien.

Bei der Gründung des Clubs lebten in Soest um die 500 Belgier, die meisten von ihnen sprachen Flämisch. Um die 800 Familien der belgischen Gemeinschaft – zu ihr gehörten damals um die 1.400 Kinder und Jugendliche – gingen am Standort ihrem Alltag nach. Mit der farbenprächtigen Abschiedsparade auf dem Petrikirchhof, klingendem Spiel und wehenden Fahnen endete im Mai 1994 ein Kapitel in der Stadtgeschichte, das noch vielen Soestern in lebendiger Erinnerung ist. Etliche Belgier kehrten nicht wieder in ihr Herkunftsland zurück, sondern blieben in der Börde, die ihnen längst zur zweiten Heimat geworden war.

Die Soester und die Belgier– das ist eine Geschichte von persönlichen Freundschaften und enger Verbundenheit, die zum Beispiel mit derVerleihung der Ehrenamtsplakette der Stadt an Marc de Munter 1986 ihren Ausdruck fand. Der Ladies Club hatte sich mit seiner Hilfe ein Jahr zuvor auf den Weg gemacht und nimmt bis heute einen festen Platz in Soest ein. Als die Stadt 2010 mit ihrem Bürgerpreis die besonderen ehrenamtlichen Leistungen Petra Menke-Koerners würdigte, galt der Dank auch dem Einsatz mit und für den „International Ladies Club“. In der Begründung des Kuratoriums hieß es damals unter anderem: „Hier werden soziale und kulturelle Kontakte zwischen Frauen unterschiedlicher Nationen geknüpft und dauerhaft gefördert. Durch regelmäßig stattfindende Veranstaltungen mit einem vielfältigen Bildungs- und Kulturangebot, das weit über die Grenzen des Raumes Soest hinausreicht, entwickelten sich im Laufe der Jahre viele Freundschaften.“

Heyke Köppelmann

Weitere Infos:

https://ilc-soest.de/

Publiziert am:

27.3.25