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Der Soester Burkhard Schmitz gratuliert dem Werler Theo Redder

Burkhard Schmitz und Horst Schütt (ehemaliger Mitspieler bei Preußen Werl) gratulierten Theo Redder zum 80. Geburtstag

Foto: Thomas Nitsche

Erinnerungen wurden wach, als sich der gebürtige Werler Theo Redder und der Soester Burkhard Schmitz unlängst im ehemaligen BVB-Stadion Rote Erde trafen. Am 19. November feierte Theo Redder seinen 80. Geburtstag. Einer der ersten Gratulanten war sein Freund Burkhard Schmitz.   

Theo Redder dachte an seine Jugendzeit zurück, in der er für Preußen Werl spielte. Dettmar Cramer war damals Trainer der Westdeutschen-Jugendauswahl, in die Theo Redder berufen worden war. Der „Fußball-Professor“, der später zahlreiche Spitzenteams trainierte, holte Theo Redder aus Werl ab und brachte ihn nach dem Training in Duisburg auch wieder nach Hause. „Als ich dann aus der Jugend kam, fragte er mich, was ich jetzt machen wollte. Ich sagte, ich werde wohl weiter bei Preußen Werl spielen“, erzählte er Burkhard Schmitz. Doch Dettmar Cramer hätte ihm nahe gelegt, es doch mal beim BVB zu probieren. Cramer stellte den Kontakt zum damaligen BVB-Trainer Max Merkel her und ruck-zuck ging es für den Werler Jungen zum Probetraining in die Bierstadt. „Max Merkel hat dann einfach gesagt, ach lass den Jungen mal hier.“ Theo Redder fuhr damals immer mit dem Zug nach Dortmund. „Das Ticket habe ich selber bezahlt.“ 1962 bekam er seinen ersten Vertrag, der mit 160 DM dotiert war. „Etwas später bekam ich dann ein Auto und das Fahrgeld erstattet.“  

Sein erstes Jahr 1962 in der Oberliga war zunächst geprägt von Verletzungen. Doch er kämpfte sich zurück und wurde Stammspieler. „Ich war damals schon schneller als manch anderer Spieler. Nur Hoppy Kurrat war viel weiter als alle anderen“, ist er auch heute noch voll des Lobes für seinen ehemaligen Mitspieler. Redder hatte sich durchgeboxt, bekam einen besser dotierten Vertrag mit einem Gehalt von 1.200 DM und 250 DM Spielprovision. 1963 wurde er Deutscher Meister, als der BVB im Finale in Stuttgart den favorisierten 1. FC Köln mit 3:1 besiegte. Im Dezember 1963 hatte auch Theo Redder dann ein „goldenes Trikot“ an, als der BVB die Weltklassemannschaft Benfica Lissabon mit 5:0 aus der bitterkalten und knackevollen Roten Erde und dem Europapokal fegte. „Wir hatten das Hinspiel mit 2:1 verloren, und unser Kapitän Willi Burgsmüller hatte eine Siegprämie von 500 Mark ausgehandelt“, berichtete er von einem zusätzlichen Motivationsschub.

Seinen größten Erfolg feierte Theo Redder aber am 5. Mai 1966 in Glasgow. Im Finale des Europapokals der Pokalsieger besiegte der BVB den klaren Favoriten FC Liverpool nach Verlängerung sensationell mit 2:1. „Ich weiß noch, wie unser Trainer Willi Multhaupt vor dem Spiel sagte, dass bei zehn Spielen der FC Liverpool neun Mal als Sieger den Platz verlässt. Aber heute gewinnen wir“, erinnerte er sich an die verbale Motivationsspritze seines damaligen Coaches. Der Pokaltriumph wurde noch mit 7.500 DM Siegprämie versüßt. Was er mit dem Team geleistet hatte, wurde allen erst so richtig bewusst, als die frisch gebackenen Europacup-Sieger wieder nach Hause kamen. „Die ganzen Straßen waren voll Menschen. Wir fuhren in Cabrios vom Flughafen bis zum Dortmunder Rathaus und mehr als 300.000 Menschen jubelten uns zu“, bekommt Theo Redder noch heute feuchte Augen, wenn er daran zurückdenkt.

Nach der Saison 1969 beendete er seine Karriere, blieb aber dem BVB immer treu. So besucht er noch heute regelmäßig die Heimspiele der Borussia und trifft dort auch oft seinen Soester Freund Burkhard Schmitz.

Thomas Nitsche