... aus dem Leben

My Thi Thanh Tran – oder einfach „Mimi“

Eines Tages fiel einer jungen Frau im fernen Vietnam eine Soester Zimmeranzeige für Studenten ins Auge. Sie hatte sich für ein Studium and der hiesigen Fachhochschule mit dem Studiengang Business Administration eingeschrieben und suchte ein Zimmer. So landete My Thi Thanh Tran - kurz: Mimi – die potenzielle Studentin ...

Mimi vor ihrem neuen Zuhause, dem „Amici“ in der Ulricherstraße – links: Pächter Salvatore Onofreitti, rechts: Vermieter Martin „Ted“ Bense

Eines Tages fiel einer jungen Frau im fernen Vietnam eine Soester Zimmeranzeige für Studenten ins Auge. Sie hatte sich für ein Studium and der hiesigen Fachhochschule mit dem Studiengang

Business Administration eingeschrieben und suchte ein Zimmer. So landete My Thi Thanh Tran – kurz: Mimi – die potenzielle Studentin bei Martin Bense – kurz: Ted – dem potenziellen Vermieter. Er fand, dass „Mimi“ einfach westfälischer klingt als My Thi Thanh Tran. Der Neu-Soesterin gefiel ihr neuer Name auch sofort gut.

„Mimi wollte das Zimmer gleich mieten, war aber noch nie in Deutschland“, erinnert sich Martin Bense an den ersten Kontakt: „Ich sagte ihr, sie müsse keine voreilige Mietverpflichtung eingehen und bot Ihr an, das Zimmer erstmal für eine Woche kostenlos zur Verfügung zu stellen, damit sie sich in Ruhe entscheiden könne.“

Und dann kam sie eingeflogen: Von Ho Chi Minh City (Saigon) über Dubai nach Frankfurt und die letzten Kilometer mit dem Zug nach Soest. Ted Bense und seine Frau Verena besorgten ein Bett für das völlig leerstehende Zimmer, Obst, ein paar Begrüßungsblumen und holten sie persönlich am Soester Bahnhof ab. „Sie hatte zwei Koffer dabei mit gefühlten 50 Kilogramm Inhalt“, musste Ted Bense gleich ordentlich anpacken. „Mimi ist unglaublich selbständig. Sie eröffnete gleich ein Bankkonto und meisterte auf Anhieb alle anderen üblichen Behördengänge.“

Sie fasste auch schnell Freundschaft mit anderen Studentinnen und fühlt sich schon sehr wohl in Soest. Im Haus, in dem ihr Zimmer ist, hilft sie schon in der unten ansässigen Pizzeria „Amici“ in der Ulricherstraße beim „Außer-Haus-Verkauf“ mit aus, und ist darüber sehr glücklich. Natürlich hat Mimi dann auch den Mietvertrag unterschrieben. Zusammen mit ihrem Chauffeur und Vermieter bei einer Tasse vietnamesischem Bohnenkaffee, den Mimi als Begrüßung von der elterlichen Plantage mitgebracht hatte.